Musik im FLAC-Format

Grundlagen und Erklärungen zur Technik

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Musik im FLAC-Format

Beitragvon Heiko » 30.10.2015, 12:35

Hallo,

ich habe mal eine Frage zum FLAC-Format. Das das gängige Musikformat mp3 verlustbehaftet ist, dass wissen sicher die meisten.
Aus der Akustik weiß man, das bestimmte Töne durch andere Töne so überlagert werden können, das man fast nur noch einen Ton wahrnimmt - die anderen Töne nimmt man kaum noch wahr. Diesen Effekt nutzt man bei dem MP3-Verfahren um die Datei so klein wie möglich zu machen und dennoch eine gute-sehr gute Klangqualität zu erhalten.

Vorher muß das analoge Originalformat aber digitalisiert werden. Dazu wird es ja mit einer bestimmten Abtastrate (44100 Mal in der Sekunde) bei MP3 abgetastet und der abgetastete Wert in Form einer 16-Bit Kodierung in ein digitales Signal umgewandelt.
Es erscheint logisch das ein Signal um so hochwertiger digtalisiert wird (und dann auch besser klingt) je höher die Abtastrate ist und um so höher die Kodierung ist.

Bei der Beschreibung des FLAC-Formates kann man auf vielen Seiten lesen, das die Abtastrate 96.000 Mal pro Sekunde beträgt und die Kodierung dann in einer 24-Bit-Form erfolgt.

Aber wieso behaupten zahlreiche Literaturquellen das man FLAC wieder verlustlos(!) in eine Wave-Datei zurückwandeln kann?
Wie soll das verlustlos gehen? Bei jeder Digitalisierung gibt es immer Qualitätseinbußen, das ist technisch bedingt. Man kann die Abtastrrate und die anschließende Kodierung sicher so hoch schrauben das man zwischen Originalton und digitalisierter Kopie keinen Unterschied mehr höhrt und auch kaum messen kann -aber ein Verlust wird immer vorhanden sein.

Ich kann mir die Benutzung des Wortes "verlustlos" nur so erklären, das man "annähnernd verlustlos" meint und die Sache für den technischen Laien veeinfachen wollte. Oder?
Wenn Du mal nicht weißt was Du tun sollst, frage Dein offenes Herz. Es ist der beste Ratgeber den es gibt.
Heiko
 
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Re: Musik im FLAC-Format

Beitragvon alterhase » 31.10.2015, 17:03

Die Wandlungsvorgänge werden als quasi verlustfrei gewertet.
Die Samplingrate und die Digitale Auflösung haben per se auch nix mit dem Datei-Format zu tun.

Die Unterscheidung "verlustbehaftet/verlustfrei" bezieht sich nur auf Kompressionsalgorithmen in der Datenebene.

...also geht bei "verlustfrei/verlustbehaftet" lediglich darum, ob aus dem komprimierten digitalen Daten die "original"-Daten wiederhergestellt werden können oder ob (für den Verwendungszweck unwesentliche) Teile daraus für immer verloren sind.

Stichwort Irrelevanzreduktion und Redundanzreduktion.

Bei *.MP3 liegen beide Kompressionsarten (und noch ein wenig Psychoakkustik) vor bei *.FLAC nur die Redundanzreduktion. ...bei PCM bzw. *.WAV keine von beiden.

Wiki Datenkompression klickmich
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
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