Nachbrenner für Röhrenverstärker

Wer ein Problem hat, kann es hier rein setzen

Moderator: Sebi

Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon Sebastian » 25.08.2011, 21:20

Hallo,
ich habe ja einen selbstgebauten Röhrenverstärer. Doch leider sind mir die 3W Musikleistung etwas zu wenig. Deswegen plane ich einen Transistornachbrenner in Form einer Komplimentärstufe mit drei Transistorpaaren. Diese Stufe verstärk ja nicht die höhe des Ausgangsignal sondern ändert nur die Impedanz oder?
Ich würde das Musiksignal zwischen der Endröhre und dem Übertrager abnehmen. Das Musiksignal hat dort etwa 50 Vss.
Als Transistorreihenfolge habe ich mir vorgestellt:
BC337-40 & BC327-40
BD139 & BD136
TIP35C & TIP36C
Als Spannungsversorgung hätte ich einen 2x12V~/ 2A Trafo für eine Symetrische Spannungsversorgung zur Verfügung.
Währe so eine Verstäkerschaltung Problemlos möglich oder kann man auch bei komplimentarstufen auf unerwartete Probleme stoßen? (Schwingen, thermisches durchgehen, Unsymetrie ec.)

Anbei noch ein Schaltplan wie ich mir das ganze vorgestellt habe, wobei die Bauteilebezeichnungen nicht stimmen. (EAGLE ist für mich neuland)
el. zwischenlager.JPG


Wenn die Schaltung sehr gut klappt will ich mir nach diesem Prinzip einen Stereovollverstärker bauen. Also Röhren als Vorstufe und "Sand" als Endverstärker
Sebastian
 
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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon topas » 25.08.2011, 22:23

Aua! Nimm lieber ein paar EL34 und mach nen Röhrennachbrenner!

Schwingen wird Deine Schaltung alleine bestimmt nicht, wie Du schon erwähnst, ist die Spannungsverstärkung < 1. Stabilisiert wird der Ruhestrom nur durch R5 und R6 - das kann reichen - hängt von ihrer Grösse ab.
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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon elomatreb » 26.08.2011, 14:24

Haste ne Ahnung was EL34 kosten? ;)

Wie wärs mit einem PL504 Verstärker?Der Testaufbau den ich mal gemacht habe kam auf gute 7W und hatte einen astreinen Klang.Brummen tat der Hörbar nicht,nur auf UKW war das Ding eine ziehmliche Dreckschleuder schätze ich,da ich damals noch nichts von Schwinungsblockern gehört hatte :roll:

Mit einer anderen (Sende-) Röhre würdest du vll. auch noch größere Leistungen erreichen,so kann man der GU50 (~7€ bei Opperman) mit der richtigen Ansteuerung auch gute 30W entlocken! Und schick aussehen tut sie auch^^

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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon topas » 26.08.2011, 14:43

Zum unterdrücken von evtl. Schwingneigung im UKW-Bereich wurde zu meiner Zeit stets ein (sehr wirkungsvoller) 1K Widerstand in die Leitung zum Steuergitter (direkt am Sockel) eingelötet. Was den Preis der Röhren angeht, bin ich nicht mehr auf dem Laufenden, ich habe vor mehr als 30 Jahren von Röhrentechnik auf Halbleiter umgestellt und nie wieder einen Schritt zurück (?) gemacht. Ich kenne die EL34 nur als gutmütiges Arbeits"pferd". Habe es damals geschafft, dass auch Anode und die Gitter glühten - die Röhre hat es weg gesteckt. Damals kostete sie um die 10 DM (5 €) - alle Transistoren waren teurer.
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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon elomatreb » 26.08.2011, 14:48

Also unter 20€ kriegste die nicht ;) Die sind von den HiFi-Freaks alle weggekauft worden :lol:

Und zu der Sache mit dem Gitter u. Anode: Ich hab das schon bei größeren Röhren geschafft die Anode zum glühen zu bringen 8) :lol: (zb. GU81 750W Senderöhre xD Hat 2kV VA das Teil 8) )

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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon hws » 26.08.2011, 16:11

elomatreb hat geschrieben:Also unter 20€ kriegste die nicht ;)
.... [in den Bastelkeller guck] ich bin reich, ich bin reich !!!! :lol:

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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon elomatreb » 26.08.2011, 16:17

Wie viele haste denn?

Ich bin auch reich,meine Röhren sind auch über 200€ wert,und die hab ich alle geschenkt bekommen :D :D

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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon topas » 26.08.2011, 17:52

Musste mir ein Lachtränchen wegwischen. Hätte nicht gedacht, dass hws mich jemals zum Lachen bringt. :D
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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon sudden » 26.08.2011, 20:05

Irgendwie finde ich das unsinnig einen Röhrenverstärker mit Transitoren aufzumotzen,
baut man Röhrenverstärker nicht gerade wegen ihrem eigenen Klang?
Du könntest dir ja einfach noch einen Verstärker mit Transistoren aufbauen, und uns dann von den Unterschieden Berichten :D
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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon topas » 26.08.2011, 21:04

sudden, weswegen sonst, wäre ich in diese Diskussion eingestiegen?
Es ist auch schade, einen Technikstrang zu durchbrechen - aber verboten ist natürlich nichts und machbar ist es schon lange! Aber es erinnert mich an meine frühen Sünden, wo ich Röhrenradios mit Stereodekodern mit Chips und zusätzlich mit NF-Stereo-Endstufen mit Transistoren "aufgerüstet" hatte. Aber diese Hybridtechnik ist natürlich auch interessant. Berichte uns von Deinen Erfahrungen, Sebastian. Mach es trotzdem! Das Prinzip stimmt.
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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon fmmech » 26.08.2011, 22:06

..gibt es eine art Class-G Schaltung für solche Verstärker??

(ich denke da an TDA2030 mit BD249/250 als Nachbrenner..auch bekannt als ELV 400Watt verstärker: LINK...)

..wobei das ELV-Konstrukt keinen richtigen Klasse-G Verstärker darstellt.
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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon topas » 26.08.2011, 22:24

Ist es die Art Verstärker, die zur Ansteuerung der Endtransistoren (in Emitterschaltung) den Strom auf den Versorgungsleitungen operationsverstärkerähnlicher Schaltungen heranziehen? Es gab da mal Schaltungen in den 90ern. Für NF-Verstärker mit Kilowatt Leistungen. Ich hatte auch mal was entwickelt in dieser Richtung mit Ziel: 230V Direktversorung und ca 2KW Audioleistung. Die Lautsprecherleitungen hätten wegen der direkten Netzverbindung auch wie Netzleitungen behandelt werden müssen.... Habe aber nur einen Prototyp mit ca 500W getestet. Wegen Mangel an so leistungsfähigen Lautsprecher-Boxen mit Glühlampen getestet.
Müsste mal kramen, die Schaltung sollte in meinem grünen Ordner (mein gesamtes Wissen über Elektronik) noch vorhanden sein.
Schade Dein Link klappt nicht.

Edit: klappt wohl: Mein Verstärker war wohl eine Weiterentwicklung für höhere Versorgungsspannungen. Der grosse Bruder Deiner ELV-Schaltung.
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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon Sebastian » 27.08.2011, 09:06

Danke für die vielen Antworten. Die Möglichkeit mit Röhren einen stärkeren Verstärker zu bauen scheiter bei mir an drei Punkten. Obwohl ich genug leistungsstarke Röhren habe, fehlt es mir an guten Ausgangsüberträgern, leistungsstarke Heizungstrafos und Möglichkeiten um effektiv hohe Spannungen zu erzeuegen.

topas hat geschrieben:Es ist auch schade, einen Technikstrang zu durchbrechen


Naja in dem Röhrenverstärker habe ich auch schon Transistoren für die Spannungsstabilisierung der Heizspannung und für die Einschaltverzögerung verbaut.
Die Endstufe soll ja auch nicht in dem Röhrenverstärker mit eingebaut werden. Ich hatte vor noch eine Chinchbuchse einzubauen an der dann das Musiksignal aus dem Verstärer abgegriffen werden kann.
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Re: Nachbrenner für Röhrenverstärker

Beitragvon topas » 27.08.2011, 21:38

Sebastian hat geschrieben:Obwohl ich genug leistungsstarke Röhren habe, fehlt es mir an guten Ausgangsüberträgern....

Wenn ich mich recht erinnere, gab es auch schon zu "meiner" Zeit (vor mehr als 30 Jahren) Tendenzen auch mit Röhren "eisenlose" Endstufen zu entwickeln. Röhren in Anodenbasisschaltung haben eine recht niedrige (ca 100 Ohm) Ausgangsimpedanz. Durch Parallelschaltung mehrerer Röhren könnten da Sachen möglich werden.....
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