Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Wer seine kompletten Projekte vorstellen möchte, kann dies hier tun

Moderator: Sebi

Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon Sebastian » 05.10.2013, 23:08

Hallo,
da hier gerade nur wenig los ist, dachte ich, dass ich auch ein werdendes Projekt von mir vorstellen kann. :)
Und zwar plane ich eine Aussteuerungsanzeige mit einer Oszilloskop-Röhre. Immerhin hatte ich die Röhre schon mal im Betrieb und einige Schaltungsteile habe ich mir auch schon ausgedacht. 8)
Nun ist es auch an der Zeit, das ganze aufzubauen. Es gibt zwar noch einiges zu bauen und zu testen aber ich habe immerhin eine Grundidee. In einemSteckergehäuse sitzt ein Trafo für einige Spannung die ich benötige. Dadurch habe ich die Netzseite in einem Gehäuse, das die nötigen Schutzanforderungen erfüllt. Über ein Kabel geht es dann in ein Holzgehäuse mit der Ansteuerungselektronik und HV-Kaskade. Die Grundelektronik soll die Ablenkeinheit für x und Y und eine Dunkeltastung beinhalten. Die Ablenkung soll mit einem Röhren-OP funktionieren. (damit das Ganze auch noch etwas nach Technik aussieht :D )
Dazu kommen diverse Potis für X/Y Offset, X/Y Verstärkung und Helligkeit und Fokus. Es soll verschiedene Funktionen geben,die ich steckbar machen will. Also eine Platine für Musikaussteuerung (ungetriggertes Oszi), und eventuell eine für eine ScopeClock.(späteres Projekt) :roll:

Ich habe allerdings noch ein paar ungeklärte Sachen, was die verschiedenen Spannungspotentiale der Röhre betrifft. Da muss ich noch etwas Experimentieren...
Dummerweise habe ich damals nichts dokumentiert, wie ich die Röhre schonmal zum laufen bekommen habe. Das Datenblatt der8ЛО4И (8LO4I) in feinstem Russisch ist auch wenige aussagekräftig bzw. verwirrt es mich ein wenig. :lol:

Da noch nichts Handfestes vorliegt, kann ich nur ein Bild zeigen, wie die Röhre schon einmal funktionierte. (mit nur 1/4 der normalen Beschleunigungsspannung)
PA171812.JPG
Sebastian
 
Beiträge: 921
Registriert: 10.04.2009, 20:11
Wohnort: Sachsen

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon alterhase » 06.10.2013, 14:52

So eine Kathodenstrahlröhre ist ein interessantes Ding. Hat mich auch fasziniert. Wenn einmal die Versorgungsspannungen stehen, kommen die Anwendungs-Ideen ganz von selber.

Wenn du eine Audio Aussteuerungsanzeige planst, solltest du einen logarithmierer vor den X/Y Verstärker einplanen. Ausserdem, wenn du die Röhre um 45° gegen den Uhrzeigersinn drehst, an Y den linken Kanal und X den rechten Kanal legst hast du zusätzlich zur Aussteuerungsanzeige ein Stereo Sichtgerät.

Auch zur Textausgabe hab ich so ein Ding schon missbraucht. :mrgreen:
Allerdings hab ich da schon ein fertiges Scope verwendet. Textgenerator ein TK-80 Entwicklungssystem und 2 DA/Wandler mit den damals gerade aufgekommenen Stabi-ICs.
... vielleicht find ich ein Foto. :)

...hatihnschon 8)
MVC-031F.JPG
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
73 55
alterhase
 
Beiträge: 12046
Registriert: 14.11.2008, 08:58
Wohnort: Wien/Kapfenberg

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon Sebastian » 06.10.2013, 21:17

alterhase hat geschrieben:Ausserdem, wenn du die Röhre um 45° gegen den Uhrzeigersinn drehst, an Y den linken Kanal und X den rechten Kanal legst hast du zusätzlich zur Aussteuerungsanzeige ein Stereo Sichtgerät.


Genau das habe ich auch vor. Allerdings lasse ich die Röhre und finde mich mit dem um 45° geneigten Strahl ab. :) Bei einigen Musikpassagen gibt das schöne Effekte.

Ich habe mal eine CAD-Zeichnung von dem Gerät erstellt. Mal schauen ob ich das so Umgesetzt bekomme. Zu sehen ist das steckbare Modul. Zunächst ist eben ein Modul für X/Y und 1 Kanalmodus geplant. Über die Steckkontakte gibt es +-10V, Kontakt zur Dunkeltastung und "rohe" Eingänge zu den X/Y OP´s. Fest im Gehäuse werden 6 Potis für X/Y Offset, - Gain, Fokus und Helligkeit angebracht.
Gehäuse.jpg

Gehäuserückseite.jpg

Bei Interesse kann ich die Sketchup-Dateien auch verschicken (1,5MB)

Und hier habe ich einen Schaltungsentwurf für die Ablenkung. Allerdings liegt hier GND nicht auf Kathodenpotenzial. Die Kathode wird auf -360V gelegt, damit die Ablenkung auf das Potential der 2. Anode kommt. (knapp 700V)
Im Datenblatt steht, das ich ungefähr 1 V pro 1mm Ablenkung brauche. d.h es müssen Pegel von +- 40V geliefert werden.(8cm Bildschirmdurchmesser)

elektronische Zwischenablage.JPG
Sebastian
 
Beiträge: 921
Registriert: 10.04.2009, 20:11
Wohnort: Sachsen

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon alterhase » 06.10.2013, 21:24

Hab jetzt deinen Beitrag noch nicht so genau durchgelesen.
Das drehen der Röhre ist auch nicht physikalisch erforderlich.
Du musst nur das L/R (Links/Rechts) Signal auf ein M/S = (Mitte=Summe/Seite= Differenz) Signal M = L+ R, S = L- R umwandeln ... Op-Amp machens möglich. :wink: M an Y und S an X legen.
Edit:
Siehe: MS-Sterefonie
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
73 55
alterhase
 
Beiträge: 12046
Registriert: 14.11.2008, 08:58
Wohnort: Wien/Kapfenberg

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon Anse » 07.10.2013, 19:17

Bei mir lungert auch noch so eine ähnliche Röhre mit Netzteil und Ansteuerelektronik herum. Stammt aus irgend einem medizinischen Gerät. Funktioniert noch wie am ersten Tag. Sie wartet nur noch auf eine Verwendung. Dachte da auch an eine Scope Clock. Dafür braucht man aber man aber schnelle DACs. Wenn Du etwas bestimmtes über die Ansteuerung wissen willst, kann ich mal die Platine etwas genauer untersuchen.
Anse
 
Beiträge: 1442
Registriert: 09.06.2011, 14:18

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon alterhase » 07.10.2013, 19:32

Na so "flotte Hirschen" müssen die DAC´s nicht sein. Das schafft bald was - wenn der "ganze Kas" in 250ms abgespult ist dann passts. 8)
In dieser Zeit wird heut ein Mondflug hin und retour berechnet :mrgreen:

Aber das "Ding" würde mich interessieren. Kannst mir ein paar Infos geben jpg´s vielleicht pdf´s fallst hast oder so.
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
73 55
alterhase
 
Beiträge: 12046
Registriert: 14.11.2008, 08:58
Wohnort: Wien/Kapfenberg

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon Anse » 07.10.2013, 20:37

Hier gibts Bilder aus einen meiner threads aus früheren Tagen. Ging damals um die Erzeugung der Ablenkspannung.
Mittlerweile konnte ich dort auch nicht den µC raus halten. Den besten Sägezahn hat mir ein µC mir R2R gebracht :wink:

Weiter Bilder kann es auch noch geben. Vielleicht hab ich noch welche irgend wo auf der Platte.
Anse
 
Beiträge: 1442
Registriert: 09.06.2011, 14:18

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon alterhase » 07.10.2013, 20:51

R2R ist gut. - nur die Umsetzung in den Spannungsbereich und die Symmetrierung stell ich mir interessant vor. ... oder war das in deinem Fall nicht nötig?
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
73 55
alterhase
 
Beiträge: 12046
Registriert: 14.11.2008, 08:58
Wohnort: Wien/Kapfenberg

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon Anse » 07.10.2013, 21:07

nur die Umsetzung in den Spannungsbereich und die Symmetrierung stell ich mir interessant vor
Auf der Platine fanden sich netter Weise schon die Ablenkendstufe aus vier mal BUX84 für x und y. nach dem R2R kam noch ein Impedanzwandler. Bei Interesse kann ich mal einen kleinen Plan zeichnen.
Hier hab ich noch ein Bild gefunden:
Oszi_sqw.jpg
Ablenkung in dem Fall ein Sägezahngenerator mit OPVs (Integrierer, Schmittrigger). Auf Y kam ein Rechtecksignal mit etwa 100Hz.
Anse
 
Beiträge: 1442
Registriert: 09.06.2011, 14:18

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon alterhase » 07.10.2013, 21:25

Ja, das hat was 8) Da kommen Erinnerungen hoch :D

Mit sowas muss man experimentiert haben 8) ... Ich kann mich erinnern eine komplette Zeitbasis mit Trigger !diskret! auf meiner 10 x 16 Lötfahnen-Experimentier-platte aufgebaut zu haben. :D ... Man wardas ein Drahtverhau :mrgreen:
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
73 55
alterhase
 
Beiträge: 12046
Registriert: 14.11.2008, 08:58
Wohnort: Wien/Kapfenberg

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon Sebastian » 07.10.2013, 22:07

Da haste ja auch ne feine Röhre :)

Mich würden mal die Potentiale der Ablenkplatten interessieren. Sind die ungefähr auf Anodenpotential oder weit darunter? Ich habe allerdings noch eine Nachbeschleunigung. Da weiß ich erst recht nicht, auf welchem Potential das muss. Vom Gefühl her probiere ich es mit 540V (700V hat die 2. Anode). Eigentlich werden die Elektronen vom elektrischen Feld abgelenkt und das entsteht zwischen den Ablenkplatten. Allerdings haben die ja auch ein Feld nach außen zu den anderem Strahloptik-Zeugs und ich denke, dass das auch mit ins Gewicht fällt... :?:
Sebastian
 
Beiträge: 921
Registriert: 10.04.2009, 20:11
Wohnort: Sachsen

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon alterhase » 08.10.2013, 07:24

Das Ruhe-Potential der Ablenkplatten liegt bei 0V.

Das macht man um mit Brückenverstärker (Transistor oder Röhre) bequem symmetrisch ansteuern zu können. ZB. wird Die Ablenkplatte D1 auf +50V gezogen bekommt die Platte D2 -50V von der anderen Verstärkerhälfte. D1 D2 und D3 D4 "schaukeln" also um den 0V Punkt herum.

Kathodenpotential = - sehrgroß im kV Bereich
Nachbeschleunigung = + sehrgroß im kV Bereich
Dazwischen liegen die Ablenkplatten.

Hab dir ein Gemälde an deine E-Mailadresse geschickt zwegen dem Copyright
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
73 55
alterhase
 
Beiträge: 12046
Registriert: 14.11.2008, 08:58
Wohnort: Wien/Kapfenberg

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon Anse » 08.10.2013, 18:14

Also ich wäre mit der Beschleunigungsspannung im kV-Bereich wäre ich mal vorsichtig. Schnelle Elektronen + Metallteile ist keine so gute Sache.
Anse
 
Beiträge: 1442
Registriert: 09.06.2011, 14:18

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon alterhase » 08.10.2013, 18:31

Anse hat geschrieben:Also ich wäre mit der Beschleunigungsspannung im kV-Bereich wäre ich mal vorsichtig. Schnelle Elektronen + Metallteile ist keine so gute Sache.

Schau dir die Datenblätter guter schneller analog Oszilloskope an. 12kV sind quasi Standard.
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
73 55
alterhase
 
Beiträge: 12046
Registriert: 14.11.2008, 08:58
Wohnort: Wien/Kapfenberg

Re: Aussteuerungsanzeige mit Osziröhre

Beitragvon Anse » 08.10.2013, 18:45

Schau dir die Datenblätter guter schneller analog Oszilloskope an. 12kV sind quasi Standard.
Bei CRT Bildschirmen sind 21kV normal. Es kommt halt auf die Abschirmung an. Die Ist bei so kleinen Röhren nicht so gut würde ich mal sagen.
Anse
 
Beiträge: 1442
Registriert: 09.06.2011, 14:18

Nächste

Zurück zu Komplette Projekte

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste