Halogenlampen sterben (12V)

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Moderator: dussel07

Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon Jumper » 09.05.2017, 08:31

Hallo,

ich habe erneut, jetzt ein anderes Problem mit einem anderen Ringkerntrafo und Halogenseilsystem bei uns im Haus.

Habe mir übrigens eine Eurer Warnungen zu Herzen genommen und nicht an dem Ringkerntrafo rumgebastelt sondern letztendlich einen neuen passenden für den Umstieg von Halogen auf LED-Strahler gekauft.

Situation:
Es handelt sich um einen 12 V Ringkerntrafo, der über ein Seilsystem 4 Halogenstrahler (GU 5,3) versorgt.

Problem:
1. Erst war eine Lampe durchgebrannt. Die habe ich NICHT ersetzt.
2. Einen Monat später gaben kurz hintereinander zwei weitere ihren Geist auf - da brannte dann nur noch eine, aber sehr hell.
3. Heute habe ich die drei fehlenden ersetzt.
4. Die drei neuen brannten dann nach dem Einschlaten kurz hintereinander wieder durch. (Geld ade) - die eine alte brannte noch ... aber wieder sehr hell. Ich habe das Licht dann schnell ausgeschaltet.

Fragen:
a) Was kann da los sein?
b) Was/Wie kann ich testen/prüfen ohne weitere Strahler zu zerstören?
c) Ich habe ein älteres Multifunktionstestgerät von meinem Vater - kann ich das zum Testen einsetzen, ohne es zu zerstören (ich häng daran)?

Danke im Voraus
Jumper
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Re: Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon frank_w » 09.05.2017, 13:58

a) Was kann da los sein?
Poste doch mal den Typ vom Trafo und ein Bild.

b) Was/Wie kann ich testen/prüfen ohne weitere Strahler zu zerstören?
Messe mal mit ein Multimeter die Sekundärspannungen von Trafo Leerlauf und unter Belastung.

c) Ich habe ein älteres Multifunktionstestgerät von meinem Vater - kann ich das zum Testen
einsetzen, ohne es zu zerstören (ich häng daran)?
Welcher Typ und Herrsteller?

Gruß Frank
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Re: Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon alterhase » 09.05.2017, 20:20

Der Trafo muss leistungsmäßig zur Last (den Lampen und deren Stückzahl) passen. Die Lampen sollen gleicher Bauart Type und Hersteller (Lieferant) sein. Die ältesten (nach Beriebsstunden) gehören idealerweise ans Ende der Seilkonstruktion.

Info:
Wenn eine oder mehrere Lampen ausfallen, so verringert sich der entnommene Gesamtstrom des Trafos. Der Spannungsabfall am Innenwiderstand des Trafos wird geringer und seine Ausgangsspannung steigt.
Die verbleibenden Lampen ziehen dann entsprechend mehr Strom, leuchten heller und ein rasches Dahinscheiden ist vorprogrammiert.
Die Lebensdauer einer Halogenlampe erhöht sich signifikant bei Unterspannung und verkürzt sich dramatisch bei Überspannung, dass die eine Lampe das solange aushält liegt vermutlich daran, dass sie entweder von besonderer Qualität ist, oder weit am Ende des Seilsystems (größerer Spannungsabfall) platziert ist.

BTW:
Ich hab vorhin an meiner Schreibtischlampe (Nennleistung 12V 20W) eine "Messung" gemacht mit 20W Leuchtmittel 11 V~ ohne Leuchtmittel steigt die Spannung auf 15 V~
20W/12V sind 1,6A. 1,6A bei 4V Spannungsdifferenz lassen auf 2,4 Ω Innenwiderstand schliessen. Hätte ich ein lediglich 10W Leuchtmittel eingesetzt, so wäre dieses mit 10W/12V = 0,83A 0,83A*2,4Ω = 2V Spannungsabfall, also 13V Beriebsspannung ziemlich gestresst und ein Frühausfall wahrscheinlich.

Tip:
Wenn du messen willst vergiss Papas Messmaschine. Die hat sich den Ehrenplatz in der Vitrine verdient. 8)

Ein Chinaschrott-Multimeter aus dem Baumarkt tuts dafür auch und es ist nicht so schade wenns abraucht.
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Re: Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon Jumper » 14.05.2017, 18:51

So, hat ein paar Tage gedauert, habe jetzt aber das Trafogehäuse geöffnet.

frank_w hat geschrieben:a) Was kann da los sein?
Poste doch mal den Typ vom Trafo und ein Bild.

12V AC, 150W, zwei Anschlüsse: ein Seil in eine Richtung mit 2 Halogen-Strahlern, eines in die andere Richtung auch mit zwei Halogen-Strahlern ... Bild trotzdem noch nötig?

frank_w hat geschrieben:b) Was/Wie kann ich testen/prüfen ohne weitere Strahler zu zerstören?
Messe mal mit ein Multimeter die Sekundärspannungen von Trafo Leerlauf und unter Belastung.


Habe ich jetzt gemessen: ohne Lampen dran: 13V

Mit Lampen trau ich mich nicht zu messen ... will nicht schon wieder 10€ himmeln.

Kann es sein, dass eine Lampe einen Kurzschluss erzeugte? Oder irgendwo ein Wackelkontakt besteht? Wenn ich die Elektrik richtig verstehe, kann es zum Durchbrennen nur kommen, wenn die Voltzahl zu hoch ist. Aber die 13 Volt dürften doch nicht zum sofortigen Tod der Lampen führen, oder?
Nur um sicherzugehen: AC oder DC dürfte bei Halogenlampen doch keine Rolle spielen? Die müssten doch alle DC sein, da es piepegal ist, aus welcher Richtung der Strom kommt.

frank_w hat geschrieben:c) Ich habe ein älteres Multifunktionstestgerät von meinem Vater - kann ich das zum Testen
einsetzen, ohne es zu zerstören (ich häng daran)?
Welcher Typ und Herrsteller?


Ich kaufe mir nach der Empfehlung von alterhase ein China-Billigschrotteil.
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Re: Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon alterhase » 14.05.2017, 20:06

...Mit Lampen trau ich mich nicht zu messen ... will nicht schon wieder 10€ himmeln. ...

Wieviele Lampen mit wieviel Watt willst du zum Einsatz bringen? Es sollten in Summe schon 150 W werden sonst ist der Trafo unterbeschäftigt. Bevor der Trafo nicht seine Volleistung erbringen muss, geht der nicht auf die 12V runter. Was sagt das Typenschild vom Trafo wie hoch ist bei dir die Netzspannung? Ist der Trafo für Halogenlampen gemacht?
...AC oder DC dürfte bei Halogenlampen doch keine Rolle spielen? ...

DC/AC bei Sinus isses egal. Nur Sinus gibts im Netz keinen mehr. Die Kuppen sind je nach dem mehr oder weniger abgeschliffen und das Signal sieht immer mehr einem Trapez ähnlich. (google mal nach Crestfaktor)

In dem Fall ist dann allerdings auch das "Chinaschrott Messgerät" überfordert außer es kann RMS = Echt-Effektivwert messen. ...dann ist es aber präzisions Chinaschrott. 8)

Info:
"Normale" Messgeräte (und vermutlich auch das deines Vaters) messen in Wirklichkeit bei AC den Gleichrichtwert und korrigieren mit dem Faktor 1,1 auf Ektivwert für Sinus. Wenn die Kurvenform vom Sinus abweicht stimmt auch die Messung nicht.

Den echten Effektivwert messen Hitzdraht Messgeräte, Dreheisen Messgeräte, und RMS (Root Mean Square) Messgeräte. .
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Re: Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon Jumper » 14.05.2017, 21:11

alterhase hat geschrieben:
...Mit Lampen trau ich mich nicht zu messen ... will nicht schon wieder 10€ himmeln. ...

Wieviele Lampen mit wieviel Watt willst du zum Einsatz bringen? Es sollten in Summe schon 150 W werden sonst ist der Trafo unterbeschäftigt. Bevor der Trafo nicht seine Volleistung erbringen muss, geht der nicht auf die 12V runter. Was sagt das Typenschild vom Trafo wie hoch ist bei dir die Netzspannung? Ist der Trafo für Halogenlampen gemacht?


Netzwerkspannung: 230V sagt der Energieversorger ... kann ich ohne Probleme ein Messgerät in die Steckdose halten, wenn ich es vorher auf AC 250V einstelle?

Der Trafo wurde in einem Set mit 4 Halogenstrahlern und Seilsystem gekauft und lief so auch über 10 Jahre - ist also für Halogen geeignet.
Es waren immer 4 x 35W -Lampen angeschlossen und die sollen auch wieder dran.

Im geöffneten Trafo ist kein Typenschild ... ich schraube ihn morgen von der Wand ab und schau auf die Rückseite.

Muss ich alles auf Wackelkontakt prüfen? Oder kann das nichts mit dem Durchbrennen zu tun haben?

PS.: müssten die Halogen-Lampen nicht locker auch 13V aushalten ... wenigstens eine zeitlang?
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Re: Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon alterhase » 14.05.2017, 21:40

Vielleicht hat sich an der Netzqualität etwas geändert?

...auch 13V aushalten ... wenigstens eine zeitlang? ...
Tun sie auch ...eine zeitlang.

Trafo macht Überspannung und vom EVU kommt auch Überspannung (10% sind in der Norm) und der Crestfaktor nähert sich an 1

Faustformel:
-5% Spannung verdoppeln die Lebensdauer.
+5% Spannung halbieren die Lebensdauer.

Tip:
Wenn der Trafo nicht vergossen ist, (was ich annehme) wickle sekundär einige Windungen herunter, sodass die Ausgangsspannung ohne Last bei max. 12V zu liegen kommt ...dann Lampen druff.
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Re: Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon Jumper » 14.05.2017, 21:57

alterhase hat geschrieben:Tip:
Wenn der Trafo nicht vergossen ist, (was ich annehme) wickle sekundär einige Windungen herunter, sodass die Ausgangsspannung ohne Last bei max. 12V zu liegen kommt ...dann Lampen druff.

:shock:

Vielleicht feige, aber ich bastel nicht an einem Trafo.

Die Lampen starben ja nicht langsam sondern sofort beim Einschalten rumsbums ... aus die Maus. Und die (gebrauchten) Ersatzlampen auch. Da glaub ich nicht an ein wenig mehr Saft auf der Leitung vom Versorger. In meinem Arbeitszimmer wo ständig Halogenlampen brennen ist und war kein Flackern.

Da müssen in der Sekundärleitung des Trafos schon plötzlich mehr Volt entstehen. Kann so etwas bei Wackelkontakten oder Kurzschlüssen passieren?
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Re: Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon alterhase » 15.05.2017, 09:02

...Kann so etwas bei Wackelkontakten oder Kurzschlüssen passieren?...
...das kann ich mir nicht vorstellen. ...aber, es gibt ja die abenteuerlichsten Konstruktionen.
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Re: Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon Jumper » 23.05.2017, 12:11

Jumper hat geschrieben:Die Lampen starben ja nicht langsam sondern sofort beim Einschalten rumsbums ... aus die Maus. Und die (gebrauchten) Ersatzlampen auch.


So, will noch mitteilen, wie es ausgegangen ist :-)

Den Fehler habe ich nicht gefunden ... aber eine Lösung:

Da ich sowieso irgendwann von Halogen auf LED umsteigen wollte, wollte ich es gar nicht mehr auf ein nochmaliges Durchbrennen neuer Halogenleuchten ankommen lassen, sondern habe das Geld in einen neuen elektronischen Trafo + LED-Leuchten investieren.

Licht brennt schön hell ... Problem gelöst :-)
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Re: Halogenlampen sterben (12V)

Beitragvon alterhase » 23.05.2017, 18:18

Ist sicher die bessere Lösung.

Danke für die Information! :D ...kommt leider viel zu selten vor.


PS.: Den Trafo würde ich verhökern. :wink: Richtwert bis 20€. ...12V 150VA ist sicherlich eine gefragte Type.
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