Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

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Moderator: dussel07

Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon Woody » 01.08.2013, 22:24

:D Hi,
mal in einer anderen Ecke...
Ich versuche gerade mehr oder minder erfolgreich, die "HF-Ringkern-Drosseln" aus meinem alten (Hitzetod gestorbenen Computer)
auszulöten:
Objekte der Begierde.jpg
Es hat sich als erbarmungslose Qual herausgestellt (hätte sie nur an den Drähten abknipsen sollen, weil ich ja nur scharf
auf die Ringkerne bin!).
Da ich aber ein paar Bausätze habe, die auch durchkontaktierte Leiterplatten haben, gibt mir das Problem zu denken!
Wenn ich nämlich versehentlich das falsche Bauteil am richtigen Ort, oder umgekehrt, einlöte, wie bekomme ich es dann
wieder heraus, ohne dass es (auch) den Hitzetod sterben muss. denn die Gefahr ist selbst bei einem Bausatz sehr hoch!
Das wäre nicht so erfreulich... :?

Tipps, Tricks und Tracks are welcomed...

Gruss Rüdiger :D
Warum wohl werden Teleskope auf der Suche nach "intelligentem Leben" von der Erde weg ausgerichtet ;) ??
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon Berger » 01.08.2013, 23:22

Ich löte solch Zeugs mit dem Heißluftfön aus. Mit schmalem Düsenaufsatz. Funktioniert ganz gut.

MfG
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon hws » 02.08.2013, 15:21

Woody hat geschrieben:Ich versuche gerade mehr oder minder erfolgreich, die "HF-Ringkern-Drosseln" aus meinem alten Computer auszulöten:
AUSREICHEND heiss, kurze Lötzeit. Evtl 2 Lötkolben oder breite Spitze um alle Drantenden gleichzeitig erhitzen. Reichlich Lötzinn zugeben.

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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon Sebastian » 02.08.2013, 17:25

Ich mache sowas auch immer mit der Heißluftpistole. Allerdings kann man das nur im Freien betreiben! Es stinkt nämlich gewaltig. 8)
Zuerst erhitze ich ca 10 cm2 und dann klopfe ich die Platine auf dem Boden. Dabei spritzt auch noch ne ganze menge Lötzinn heraus und auch die guten Mainboardmosfets + Treiberbausteine fallen herunter. Das restliche SMD-Zeugs ist so unsortiert eh nicht zu gebrauchen. Ich habe dabei eigentlich noch keine Bauteile zerstören können, (Mosfets auf Funktion geprüft) obwol sich die Platine immer gewellt bzw in ihre Schichten aufgelöst hat. :lol:
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon Woody » 02.08.2013, 20:21

:D
Danke für die Hinweise! Aber neeh neeh, ich will wissen, wie ich ein potentiell falsch eingelötetes
Teil wieder heil herausbekommen kann.
Die Ringkerne sind übrigens schon mit Brachialgewalt ausgebaut... Aber z.B. einen Transistor
bekomme ich mit diesen Methoden sicher nicht lebend heraus...

Gruss Rüdiger :D
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon Sebastian » 02.08.2013, 20:35

Achso, naja du wirst ja sicher keine Bausätze haben, die mehr als 2 Layer haben. Da ist das Entlöten und austauschen relativ einfach. Bei Mainboards hingegen gibt es ja manchmal 12 Layer und da wird die Wärme wesentlich besser Verteilt. (z.B "versteckte" Masseflächen in den mittleren Schichten) Es ist aber auch möglich dort z.B die Kondis zu tauschen. Das habe ich bereits 3x Gemacht, da einige Mainboards zu Testzwecken gebacken worden sind :D
Ist aber eine langwierige Löterrei...
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon Anse » 02.08.2013, 21:13

Mit Kanülen hab ich schon manchen schwierigen Fall entlötet. Einfach eine suchen, die über den Anschlussdraht passt und durch die Bohrung geht. Dann kann man das weiche Zinn einfach wegbohren.
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon Woody » 03.08.2013, 04:37

:D
Hi @Anse,
das ist interessant! Ich habe aber nicht ganz verstanden, wie das funktionieren soll. Mit der Kanüle im "Lötloch"
rumpopeln? Kannst Du mir mal genauer schildern, wie Du da was machen würdest? Danke!
Ach ja, habe ich vergessen zu erwähnen: Die Platine sollte natürlich auch hinterher noch einigermaßen weiter
verwendbar sein...

Gruss Rüdiger :D
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon alterhase » 03.08.2013, 06:06

Mit Amateurmittel gilt folgender Merksatz:
Multilayer = Platine oder Bauteil ... eins muss dran glauben. :cry:
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon Anse » 03.08.2013, 07:35

das ist interessant! Ich habe aber nicht ganz verstanden, wie das funktionieren soll. Mit der Kanüle im "Lötloch"
rumpopeln? Kannst Du mir mal genauer schildern, wie Du da was machen würdest? Danke!
Für Dich bin ich mal zum Künstler geworden:
Platine.gif
Platine.gif (4.58 KiB) 7502-mal betrachtet
Vorgegangen bin ich dann so: Lötstelle erwärmen bis das Zinn anfängt weich zu werden. Dann mit der Kanüle und drehenden Bewegungen den Spalt freibohren. Hast Du es schon mit einer Entlötpumpe probiert? Damit hatte ich bisher die besten Ergebnise. Je weniger Zinn auf der Stelle um so einfacher geht es dan mit der Kanülentechnik.
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon frank_w » 08.12.2014, 04:38

Berger hat geschrieben:Ich löte solch Zeugs mit dem Heißluftfön aus. Mit schmalem Düsenaufsatz. Funktioniert ganz gut.

MfG


Ich hole mal das Thema wieder hoch.

Wie sieht der Düsenaufsatz aus?

Ich habe zweiseitige Platinen wo die Platine nicht mehr benötigt wird.

Gruß Frank
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon Sebastian » 08.12.2014, 22:56

frank_w hat geschrieben:Ich habe zweiseitige Platinen wo die Platine nicht mehr benötigt wird.
Gruß Frank


Dann brauchst du auch den Aufsatz nicht. Einfach flächig erhitzen und gelegentlich abschütteln. Möglichst im freien arbeiten weil das ziemlich stinkt :wink:
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon alterhase » 10.12.2014, 20:28

Düsen könnten so aussehen.
Gebläse:
so.PNG

Düse:
und so.PNG
und so.PNG (52.83 KiB) 5441-mal betrachtet


Ob sich die Anschaffung wegen einiger obsoleten Chips lohnt?
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon frank_w » 03.04.2015, 07:08

alterhase wo kann man die Düsen kaufen?

Gruß Frank
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Re: Entlöten aus durchkontaktierten Platinen

Beitragvon alterhase » 03.04.2015, 17:41

Die gehören zu einer Repairstation ZD-912 ich hab sie seinerzeit bei Neuhold Elektronik gekauft. Hat aber so ziemlich jeder Elektronikversandt.
Je Düse musst du so 5 bis 10 €uronen veranschlagen. ...ich würde lieber neue Bauteile kaufen.
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